
Steffen Schwarz, Pfarrer auf dem Dorf
Wir lernen nicht, Antworten zu geben.
Etwas für die Zukunft mitgeben
Von der Konfi-Freizeit ins Pfarramt
Ein entscheidender Moment für Steffen war eine Gesprächsrunde auf einer Konfi-Freizeit. Die Jugendlichen erzählten von ihrem persönlichen Glaubensweg. Das hat ihn so inspiriert, dass er sich vorstellen konnte, selbst Jugendliche zu begleiten, ein Stück ihres Glaubenswegs mitzugehen und gemeinsam Entdeckungen in der Welt des Glaubens zu machen. Steffen gefällt an dieser Aufgabe besonders, dass Begegnungen mit Jugendlichen über den Moment hinauswirken können. Als Pfarrer möchte er junge Menschen ernst nehmen, sie in ihren Fragen begleiten und ihnen vielleicht etwas mitgeben, das sie auf ihrem weiteren Weg stärkt.
Auf einen Blick
- Name: Steffen Schwarz
- Tätigkeit: Pfarrer in der Kirchengemeinde Rasch bei Altdorf bei Nürnberg
- Sein Weg zum Pfarrberuf: eine prägende Erfahrung auf einer Konfi-Freizeit
- Was ihm das Studium gibt: persönliche Tiefe und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen
- Was ihn am Pfarrberuf begeistert: Jugendliche und andere Menschen auf ihrem Glaubensweg zu begleiten
- Was ihm wichtig ist: Menschen auf Augenhöhe in die Glaubensreise einzubeziehen
- Seine Vision für Kirche: mutig ausprobieren, neue Menschen erreichen und mit Pioniergeist Zukunft gestalten
„Keiner weiß, wohin es gehen wird, und man wirklich mutig ausprobieren kann, so ein bisschen Pioniergeist haben kann.“
Skepsis vor Studienbeginn
Was Steffen am Theologiestudium überrascht hat
Am Anfang wusste Steffen nicht genau, was ihn im Theologiestudium erwarten würde. Er war deshalb zunächst skeptisch und sah vor allem einige Herausforderungen auf sich zukommen. Im Studium entdeckte er dann, wie tief die theologischen Inhalte gehen können. Er war überrascht, dass ihn die Themen nicht nur wissenschaftlich beschäftigten, sondern ihn auch persönlich trugen. Das Theologiestudium wurde für ihn dadurch zu einer wichtigen Grundlage für seinen eigenen Glauben und seinen späteren Beruf. Im Gespräch mit Menschen, die Glaubensherausforderungen erleben, hilft Steffen heute besonders eine Fähigkeit aus dem Studium: Er kann Fragen stellen, die Menschen weiterbringen und neue Perspektiven eröffnen. Im Studium habe er gelernt, dass es nicht in erster Linie darum geht, fertige Antworten zu geben. Viel wichtiger sei es, die richtigen Fragen zu stellen.
Ein Stück Kirche im Studium
Die Kirchliche Studienbegleitung (KSB) verbindet Theorie und Leben
Die Kirchliche Studienbegleitung war für Steffen eine besondere Erfahrung. Während es in Seminaren an der Universität oft sehr theoretisch zuging, beschäftigte er sich dort mit biografischen und persönlichen Lebensthemen. Die Treffen fanden in einer gestalteten Mitte statt und boten Raum für Austausch und persönliche Erfahrungen. Für Steffen war das eine schöne Möglichkeit, schon während des Studiums ein Stück Kirche kennenzulernen. Die Studienbegleitung half ihm, wissenschaftliche Inhalte und kirchliches Leben miteinander zu verbinden.
Dein nächster Schritt
Du möchtest wissen, wie das Theologiestudium aufgebaut ist, welche Rolle die Kirchliche Studienbegleitung spielt oder wie vielfältig der Pfarrberuf sein kann? Informiere dich über das Hochschulstudium, die Kirchliche Studienbegleitung, das Vikariat und Möglichkeiten, Kirche praktisch kennenzulernen.
Kirche kann auch anders sein
Menschen mit Kirche erreichen
Besonders herausfordernd war für Steffen der Beginn seines Berufs im Vikariat. Er merkte, dass Kirche für viele Menschen bereits fest eingeordnet ist: Entweder sie fühlen sich angesprochen – oder sie denken, Kirche sei nichts für sie. Steffen möchte solche festen Vorstellungen aufbrechen und Menschen neu erreichen. Ihm ist wichtig zu zeigen, dass Kirche auch anders sein kann, als manche es bisher erlebt haben. Dafür sucht er nach Formen und Begegnungen, die Menschen in ihrem Alltag abholen. In Predigten und Gottesdiensten möchte Steffen nicht von oben herab etwas referieren. Er will die Menschen mit hineinnehmen – auch in seine eigene Glaubensreise. Für ihn gehört es zum Pfarrberuf, selbst unterwegs zu bleiben und nicht so zu tun, als hätte man bereits auf alles eine fertige Antwort.
Hingewiesen auf die Menschen
Ordination als Auftrag für andere
Die Ordination versteht Steffen nicht als Verleihung einer besonderen göttlichen Autorität. Für ihn bedeutet sie vielmehr einen Auftrag. Dieser Auftrag richtet Steffen auf andere Menschen aus. Er versteht seinen Dienst nicht als Selbstzweck, sondern als Aufgabe für die Menschen, die ihm begegnen. Sein Pfarrberuf soll ihnen zugutekommen.
Mutig Neues ausprobieren
Freiheit und Pioniergeist im Pfarralltag
Am Pfarralltag schätzt Steffen die vielen Freiheiten. Er kann seine Zeit selbst einteilen, Termine flexibel planen und dadurch auch Rücksicht auf seine Familie nehmen. Für Menschen, die überlegen, Pfarrerin oder Pfarrer zu werden, hat Steffen eine ermutigende Botschaft: Der Pfarrberuf ist für ihn ein richtig spannender Job. Gerade weil niemand genau weiß, wohin sich Kirche entwickeln wird, gibt es Raum, mutig neue Dinge auszuprobieren. Steffen möchte dazu ermutigen, mit Offenheit und Pioniergeist an die Zukunft der Kirche heranzugehen. Wer Freude daran hat, Kirche mitzugestalten und neue Wege zu suchen, kann im Pfarrberuf viele Möglichkeiten entdecken.