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Gesa Lienhop, Vikarin in der Schule

Man muss nicht perfekt glauben.


Gesa ist Vikarin in Oberhaching. Zum Theologiestudium kam sie nicht direkt nach der Schule, sondern erst mit Mitte 20 – nachdem sie bereits ein Studium abgeschlossen und ein weiteres Studium begonnen hatte. Im Portrait erzählt sie, wie ein Seminar über Dietrich Bonhoeffer ihr Interesse an Theologie geweckt hat, welche Bedeutung ihr persönlicher Glaube für den Pfarrberuf hat und was sie im Vikariat besonders überrascht.

Interesse als Ausgangspunkt

Vom Philosophie-Seminar zum Theologiestudium

Eigentlich wollte Gesa zunächst nicht Theologie studieren. Sie war bereits kurz vor ihrer Bachelorarbeit in einem anderen Studium, als sie aus Interesse an Philosophie ein Seminar über Dietrich Bonhoeffer belegte. Dieses Seminar eröffnete ihr einen neuen Zugang zu theologischen Fragen. Gesa faszinierte, dass sie in der Theologie eine besondere Verbindung entdeckte: philosophisches Denken, aber zugleich noch etwas darüber hinaus. Für sie kam eine geistliche Dimension hinzu – und die Frage nach Bedeutung. Aus einem zufällig belegten Seminar wurde so der Anstoß, sich intensiver mit Theologie zu beschäftigen und schließlich Theologie zu studieren.

Eine Person steht auf einem hölzernen Podium und spricht in ein Mikrofon, in einem sanft beleuchteten Raum, im Hintergrund ist ein Kreuz zu sehen.

Auf einen Blick

  • Name: Gesa Lienhop-Durner
  • Aktuelle Ausbildungsphase: Vikariat
  • Ort: Oberhaching
  • Ihr Weg zur Theologie: über ein Philosophie-Seminar zu Dietrich Bonhoeffer
  • Was sie am Studium fasziniert: die Verbindung von Philosophie, geistlichen Fragen und Bedeutung
  • Was ihr wichtig ist: Interesse, Offenheit und ein authentischer eigener Glaube
  • Besondere Erfahrungen im Vikariat: Klinikseelsorge, Gottesdienste und Religionsunterricht an Schulen
„Lasst euch nicht abschrecken von dieser Fremdheit, die Kirche auch oft anhaftet, sondern nehmt das an als eine ganz neue Welt, die sich euch erschließen kann.“

Neugier statt fertiger Antworten

Hinter jeder Frage eine neue Welt

Eine wichtige Botschaft von Gesa lautet: Man muss nicht perfekt glauben, um Theologie zu studieren. Als sie mit dem Studium begann, hatte sie vor allem Interesse. Man muss auch nicht auf jede Glaubensfrage eine fertige Antwort haben. Für Gesa fühlte es sich im Studium oft so an, als würde hinter jedem Thema eine kleine Tür aufgehen. Dahinter wartete jeweils eine neue Welt. Genau diese Entdeckungen machten das Studium für sie spannend und hielten ihre Neugier wach. Heute hat ihr Glaube als Pfarrerin eine große Bedeutung. Wenn Gesa Gottesdienste hält, möchte sie authentisch sein und glaubwürdig vermitteln, was sie sagt. Ihr eigener Glaube gehört deshalb zu ihrer persönlichen Haltung und zu ihrem Verständnis des Pfarrberufs.

Eine Frau sitzt lächelnd in einem Klassenzimmer, umgeben von Kindern, die einen Kreis bilden. Im Hintergrund sind eine Tafel und eine große Leinwand zu sehen.

Rituale, die zurück ins Leben führen

Glaube und Alltag im Vikariat

Im Rahmen ihres Vikariats war Gesa auch in der Klinikseelsorge tätig. Dort hat sie erlebt, dass ihr eigener Glaube eine wichtige Ressource sein kann. Er hilft ihr, sich nicht immer nur auf ihre eigenen Kräfte verlassen zu müssen, sondern sich auch einmal fallen zu lassen. Ein Ritual kann Gesa dabei helfen, nach anspruchsvollen Erfahrungen wieder im Privatleben anzukommen. Zeit mit ihrem Baby, ihre Familie und Gespräche mit Freundinnen und Freunden geben ihr Ausgleich und Halt. Auch als Vikarin und angehende Pfarrerin bleibt für sie wichtig, das eigene Leben und die persönlichen Beziehungen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Eine Frau, die ein Baby im Arm hält, lächelt einen Mann in einem hellen Raum mit Holzdecken und Bänken an.

Dein nächster Schritt

Du möchtest wissen, wie das Theologiestudium aufgebaut ist, wie der Weg ins Pfarramt weitergeht oder welche Erfahrungen im Vikariat möglich sind? Informiere dich über das Hochschulstudium, das Vikariat, Schnuppertage und die verschiedenen Wege in den Pfarrberuf.

Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen

Schule als Teil des Pfarrberufs

Im Vikariat gehört für Gesa auch der Unterricht an einer Schule dazu. Ein Viertel des Dienstauftrags als Pfarrperson besteht darin, Religionsunterricht zu erteilen. Dazu gehören Unterrichtsstunden am Gymnasium, an Real- und Mittelschule, an der Grundschule, sowie an Berufsschulen. Die Schule eröffnet Gesa einen Lebensbereich, in den man sonst vielleicht nicht hineinkommen würde. Gleichzeitig ist dieser Bereich für die Gesellschaft sehr wichtig. Besonders überrascht hat sie, wie klug die Kinder sind, wie viel sie bereits wissen und wie sensibel sie miteinander kommunizieren.

Eine Frau hört einem kleinen Jungen aufmerksam zu, der in einem Klassenzimmer auf der anderen Seite des Tisches Papier und Stift in der Hand hält.

Offen bleiben und losgehen

Theologie als neue Welt entdecken

Für Gesa waren das Studium und der bisherige Weg in den Pfarrberuf eine echte Überraschungsbox. Sie hat neue Themen, Lebensbereiche und Perspektiven kennengelernt – von Philosophie und Bonhoeffer über Gottesdienste und Klinikseelsorge bis hin zum Schulunterricht. Deshalb möchte Gesa Studieninteressent:innen ermutigen, sich nicht von der Fremdheit abschrecken zu lassen, die Kirche manchmal ausstrahlt. Theologie kann eine ganz neue Welt eröffnen. Dafür muss man nicht schon alles wissen und auch nicht perfekt glauben. Interesse, Offenheit und die Bereitschaft, Fragen zu stellen, können ein guter Anfang sein.

Eine Lehrerin beugt sich über ein Pult und lächelt die Schüler in einem Klassenzimmer an, dessen Wände mit Zeichnungen, Pflanzen und Kunstwerken der Schüler geschmückt sind.
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