
Am Anfang sehr aufregend
Was aus deinem Vikariat ist dir noch besonders in Erinnerung?
Ein aufregender Start
Am Anfang war ich mit den ganzen Namen überfordert
Gesa war am Anfang ihres Vikariats sehr aufgeregt. Sie ist nicht kirchlich sozialisiert und begann die praktische Ausbildung mit Gottesdiensten. Zunächst war sie von den vielen Begriffen und Bezeichnungen überfordert: Die einzelnen Teile des Gottesdienstes hatten Namen, die sie erst kennenlernen musste. Mit der Zeit merkte Gesa aber: Das ist alles machbar. Was am Anfang fremd und kompliziert wirkt, lässt sich Schritt für Schritt verstehen und lernen. Ihre Erfahrung macht Mut, wenn der Start in Studium, Vikariat oder Pfarrberuf zunächst ungewohnt erscheint.
Deinen eigenen Stil finden
Könnte das dein Weg sein?
Wenn du gerne mit Menschen arbeitest, dich auf unterschiedliche Situationen einlassen kannst und Lust hast, neue Ideen auszuprobieren, bietet das Vikariat viele Möglichkeiten. Du lernst Gottesdienste zu gestalten, Menschen zu begleiten und Kirche gemeinsam mit anderen weiterzuentwickeln. Dabei darfst du deinen eigenen Stil finden. Vielleicht entdeckst du, dass du dich in vertrauten Formen wohlfühlst. Vielleicht entwickelst du eigene Ideen für neue Begegnungen. Beides kann zum Pfarrberuf gehören.
Zwischen Abschied und Lebensfreude
Ein großer Spielplatz
Jonas beschreibt das Vikariat als großen Spielplatz. Er schätzt, dass der Pfarrberuf viele unterschiedliche Aufgaben und Begegnungen bereithält. Besonders eindrücklich war eine Woche, in der er Beerdigungen hielt. Diese Feiern waren sehr emotional und von Abschied geprägt. Am selben Wochenende feierte er außerdem Kirche Kunterbunt mit rund 100 Menschen. Dort war das pure Leben spürbar. Für ihn liegen diese Erfahrungen nah beieinander: Menschen am Ende des Lebens begleiten und gleichzeitig ein Fest mit vielen Menschen feiern. Beides gehört zur Kirche und zeigt, wie vielfältig die Aufgaben im Vikariat und im Pfarrberuf sein können.
Kirche unter ungewöhnlichen Bedingungen
Was braucht es jetzt gerade?
Rahel absolvierte ihr Vikariat während der Corona-Zeit. Irgendwann war klar, dass ein Sommerfest noch nicht verantwortbar war. Deshalb entwickelte das Team kurzerhand eine sogenannte Lieferandacht. Sie fuhren an verschiedene Orte im Viertel und feierten dort mit den Menschen eine Art Mini-Sommerfest. In einer Zeit, in der Begegnungen nur eingeschränkt möglich waren, wurde daraus eine Form von Gemeinschaft, die unter den gegebenen Bedingungen machbar war. Die Aktion hat Rahel große Freude gemacht und ihr Lust darauf gegeben, immer wieder neu zu fragen: Was brauchen die Menschen gerade? Und wie kann Kirche in dieser Situation funktionieren?