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Rahel Pereira, Pfarrerin beim MUT-Projekt Munich Church Refresh

Wir haben die beste Botschaft der Welt.

Rahel arbeitet als Pfarrerin an der Passionskirche in München und engagiert sich außerdem beim Munich Church Refresh, einem Innovationsprojekt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Im Portrait erzählt sie, wie sie im Theologiestudium persönliche Fragen wissenschaftlich vertieft hat, wie sie ihre Rolle als Pfarrerin versteht und welche Zukunft sie sich für die Kirche wünscht.

Theologie, die ins eigene Leben führt

Persönliche Fragen wissenschaftlich erkunden

Rahel konnte ihr Theologiestudium nutzen, um Fragen zu klären, die sie heute auch in Gesprächen als Pfarrerin begleiten. Ein Beispiel ist die Kindertaufe: Rahel wurde als Kind nicht getauft. Später setzte sie sich in einem Seminar mit diesem Thema auseinander. Besonders wertvoll war für sie die Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und persönlicher Auseinandersetzung. Im Studium konnte sie einen theologischen Gedanken gründlich untersuchen und zugleich immer wieder mit dem verknüpfen, was sie selbst beschäftigt und im Leben trägt.

Eine Frau steht mit einem Blatt Papier in der Hand da und spricht zu den Zuhörern in einem schwach beleuchteten Raum, in dem Kerzen brennen und eine Backsteinwand den Hintergrund bildet.

Auf einen Blick

  • Name: Dr. Rahel Pereira
  • Tätigkeit: Pfarrerin an der Passionskirche in München und bei dem MUT-Projekt Munich Church Refresh
  • Was sie am Theologiestudium schätzt: die Verbindung von wissenschaftlicher Tiefe und persönlichen Fragen
  • Ihr Verständnis vom Pfarrberuf: Menschen in ihren Fragen und Suchbewegungen begleiten
  • Was ihr wichtig ist: eine tragfähige Glaubenspraxis und freie Zeiten
  • Ihre Vision für Kirche: Mut zur Veränderung und eine vielfältige Kirche, in der unterschiedliche Menschen ihre Perspektiven einbringen
„Ich freue mich drauf, wenn wir in einer ganz großen Vielfalt Kirche sind und auch noch mehr daran arbeiten, dass ganz unterschiedliche Menschen in dieser Kirche tätig sind und ihres eintragen und ihres einbringen.“

Glaube darf offen sein

Keine Angst vor Fragen und Zweifeln

Ein besonders prägender Moment entstand für Rahel in einem Seminar zur Systematischen Theologie. In diesem Bereich geht es um grundlegende Fragen zu Leben und Glauben. Dort wurde ihr klar: Wenn Gott nicht einfach ein begrenztes Bild oder ein „Provinzgott“ ist, sondern möglicherweise derjenige, der die ganze Welt geschaffen hat, dann muss sie keine Angst vor Fragen und Zweifeln haben. Diese Einsicht hat Rahels Zugang zu ihrem Glauben verändert. Theologie bedeutet für sie nicht, alle Fragen schnell beantworten zu müssen. Sie eröffnet vielmehr den Raum, offen zu denken, Zweifel ernst zu nehmen und nach einer eigenen tragfähigen Haltung zu suchen.

In einem Raum mit Backsteinwänden, violetter Beleuchtung und einer Leinwand an der Wand im Hintergrund stehen mehrere Menschen um einen hohen Tisch herum und unterhalten sich, während sie Snacks und Getränke genießen.

Andreas Lietz

Arbeiten wie eine Selbstständige

Freiheit und Verantwortung im Pfarrberuf

Rahel erlebt ihren Beruf in vieler Hinsicht wie eine selbstständige Tätigkeit. Sie hat große Freiheit bei der Gestaltung ihrer Arbeit und kann eigene Schwerpunkte setzen. Diese Freiheit bietet viele Möglichkeiten, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Zur Freiheit gehört für Rahel deshalb auch, darauf zu achten, dass Pausen und freie Zeiten nicht zu kurz kommen. Den eigenen Arbeitsalltag zu gestalten, bedeutet nicht, ständig verfügbar zu sein. Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und Erholung bewusst einzuplanen.

Eine Person mit einem Headset spricht auf der Bühne und hält dabei eine Notizkarte in der Hand. Sie steht in einem sanft beleuchteten Raum, im Hintergrund sind Kerzen und violettes Licht zu sehen.

Andreas Lietz

Mehr erfahren

Du möchtest wissen, wie persönliche Fragen, wissenschaftliches Arbeiten und der Pfarrberuf zusammenhängen? Informiere dich über das Theologiestudium, den Pfarrberuf, die Arbeit in der Gemeinde und Möglichkeiten, Kirche selbst kennenzulernen und mitzugestalten.

Räume öffnen

Pfarrerin als Prozessbegleiterin

Ihre Glaubenspraxis braucht Rahel nach eigener Aussage in ihrem Beruf fast ständig. Sie versteht ihre Rolle als Pfarrerin vor allem als die einer Prozessbegleiterin. Das bedeutet: Sie schafft einen Rahmen, in dem Menschen mit ihren Fragen, ihren aktuellen Themen und ihrer Suche ein Stück weit begleitet werden können. Rahel sieht ihre Aufgabe nicht darin, am Ende eine fertige Verbindung zum eigenen Herzen oder zum Göttlichen herzustellen. Sie kann diesen Weg nicht für andere Menschen gehen. Aber sie kann einen Raum eröffnen, in dem eine solche Verbindung entstehen kann. Wenn Rahel etwas von dem teilt, was sie selbst trägt und bewegt, kann das für andere Menschen zu einem Ankerpunkt werden. Dazu gehört auch, Verletzlichkeit zu zeigen oder davon zu erzählen, wo sie sich selbst nicht allein unterwegs fühlt. Ihre persönliche Haltung eröffnet anderen die Möglichkeit, eigene Fragen und Erfahrungen damit zu verbinden.

Eine Frau mit einem Priesterkragen lächelt und unterhält sich mit einer anderen Frau in einer modernen, sanft beleuchteten Kirche.

Andreas Lietz

Abschied nehmen und Neues wagen

Die Zukunft der Kirche mit Mut gestalten

Für die Zukunft der Kirche wünscht sich Rahel den Mut, ehrlich hinzusehen: Was ist da und was funktioniert? Diese Fragen können helfen, kirchliche Arbeit weiterzuentwickeln und neue Wege zu entdecken. Zu diesem Mut gehört für Rahel auch, manches zu verabschieden. Kirche muss nicht an allem festhalten und sollte keine Angst vor Veränderung haben. Rahel vertraut darauf, dass die Botschaft des Evangeliums ihren Weg finden wird. Rahel freut sich auf eine Kirche, die sich in großer Vielfalt zeigt. Dazu gehört für sie auch, dass noch mehr unterschiedliche Menschen in der Kirche tätig sind und ihre Perspektiven, Erfahrungen und Begabungen einbringen können.

Eine Person spricht vor einem sitzenden Publikum in einer schummrigen Kapelle, in der ein Kreuz, Kerzen und violett-blaue Beleuchtung an einer Backsteinwand zu sehen sind.
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