PfarrerIn werden

Berufung – was ist das?

„Dein Beruf ist ja auch eine Berufung,“ sagen mir manchmal Leute. Ja, das stimmt! Dem will ich  sofort beipflichten. Denn so erlebe ich das auch. Obwohl Jesus nie in einem Traum oder einer Vision zu mir gesprochen hat – irgendwann, so mit 16, fiel es mir doch wie Schuppen von den Augen: „Ich will Pfarrer werden“.

Steve Kennedy Henkel
Steve Kennedy Henkelprivat

Auch wenn in meiner Familie wirklich gar nichts dafür sprach. Es ist auch kein Geheimnis, dass meine Eltern sich wohl etwas anderes für mich vorgestellt haben. Und doch, damals, und jetzt erst recht würde ich sagen: Das war Berufung!

Ich bin hängengeblieben bei einer mäßig aufregenden Gemeinde, die aber Persönlichkeiten hatte, die mich beeindruckt haben. Ich bin hängengeblieben bei Gott und diesem Jesus, von dem ich erstmal nicht viel wusste. Aber es hat gereicht um mich zum Studium zu bewegen. Und das hat wiederum gereicht um mich zu diesem Beruf zu bringen. Wenn ich jetzt segne, für Einsame da sein kann, zuhöre, bete, predige und Abendmahl feiere, auch beim Planen, Organisieren und manchmal sogar beim Ärgern, dann merke ich: Da ist Resonanz. Dafür bist du da. Da will Gott dich haben. Das merke ich manchmal sogar bei Dingen, die mir wenig Spaß machen. Ich glaube, das ist Berufung.

Berufung hat viele Gesichter. Und nach lutherischer Überzeugung beruft und begabt Gott jeden zu einer Aufgabe. Zur Fußballtrainerin, zum Arzt, zur Altenpflegerin, zur Schulleiterin, zum Prädikanten und eben auch zum Pfarrberuf. Aber der Gott der Bibel ist kein einseitiger Gott. Seine Mittel und Wege sind vielfältig. Manche haben vielleicht tatsächlich ein Erlebnis, andere eine innere Stimme, eine Gewissheit oder ein Interesse. Wieder Andere nur haben nur eine wage Ahnung. Für Letztere kann es dann am schwierigsten sein, der eigenen Berufung auf den Grund zu gehen. Besonders wenn sie auch noch viele unterschiedliche Talente haben, die kein klares Berufsprofil nahelegen.

 Was kann dir helfen deiner Berufung auf den Grund zu gehen?
 

  • Du kannst eine Mindmap mit all deinen Talenten und Interessen anlegen. Weisen dich deine Talente vielleicht in eine bestimmte berufliche Richtung?
  • Wenn du dich zwischen zwei Optionen nicht entscheiden kannst, mache zu jeder Option eine Pro-/Contra-Liste.

    Achtung: Die Länge der Pros und Contras macht es nicht allein. Es kann schon ein einziger sehr wichtiger Punkt reichen um den Ausschlag für eine Seite zu geben.
     
  • Manchmal kennen dich die Menschen in deinem Umfeld am besten. Sprich mit ihnen über deine Gedanken und hör dir an, wo sie dich gut sehen könnten.

    Achtung: Wo sie dich gut sehen könnten, nicht wollen!
     
  • Manche beginnen ein Theologiestudium auch erstmal aus Interesse am Fach. Erst nach und nach kommt das Interesse am Pfarrberuf dazu. Das ist völlig okay. Du musst dich auch nicht am Anfang mit Erwartungen überfordern.
  • Es ist immer gut sich mit jemandem zu beraten, der den Beruf schon ausübt. Sprich zum Beispiel die Pfarrperson in deinem Ort oder eine Religionslehrkraft an.

    Wenn du möchtest vermitteln wir dir auch Gesprächspartner.
     
  • Der Pfarrberuf ist mehr als ein 9-to-5-Job. Er hat auch einen spirituellen Gehalt. Es kann hilfreich sein mit einem Geistlichen Begleiter oder einer Geistlichen Begleiterin zu sprechen, die dir aufgrund ihrer Ausbildung gut dabei helfen können herauszufinden wohin es dich zieht.

    Wenn du möchtest vermitteln wir dir gern solche Gesprächspartner.

Und natürlich kannst du dich auch einfach direkt an Kirchenrätin Isolde Schmucker oder mich wenden. Wir beraten dich gern.


Alles Gute bei deinem Weg zu deiner Entscheidung wünscht dir,

Steve Kennedy Henkel