Gerüchteküche

Wir liefern Fakten!

Wir räumen auf mit hartnäckigen Gerüchten. Was hast du gehört und willst es unserem Fakten-Check unterziehen? Fordere uns heraus und bewerte unsere Antwort!

Frau flüstert Mann etwas ins Ohr, der über das Gehörte überrascht ist
Gerüchte halten sich hartnäckig. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern liefert die Fakten. Welches Gerücht hast du gehört?Marisa9 - iStock

Von 1 Gerücht hat die ELKB 1 Gerücht in der versprochenen Zeit beantwortet.

info article picture

Ich möchte benachrichtigt werden, sobald eine Antwort gegeben wird (optional).

info article picture

Die neuste Antwort …

50% aller Pfarrhäuser sollen abgestoßen werden und in die bestehenden soll deutlich weniger Geld für Renovierungen fließen. Das macht doch den Job nicht unbedingt attraktiver, oder?

info article picture

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

meine Nachfragen haben folgendes ergeben:

- Es gibt keine Pläne 50% aller Pfarrhäuser abzustoßen.

- Es ist aber wohl so, dass bei Renovierungen in Zukunft Zuschüsse der Landeskirche davon abhängen werden, ob die Gemeinde ein sinnvolles Konzept für die Nutzung ihrer Immobilien hat. Es wird also nicht mehr jede Renovierung bezuschusst. Wenn aber eine Pfarrperson auf eine neue Stelle kommt und in das Pfarrhaus einzieht, wird es selbstverständlich renoviert.
Es ist aber so, dass es schon jetzt mehr Pfarrhäuser/Dienstwohnungen als Stellen gibt. Wenn diese Häuser in der Gemeinde nicht sinnvoll genutzt oder vermietet werden können, macht es natürlich Sinn die Kirchengemeinden nicht mit Baulasten zu beschäftigen. Kirche besteht nicht aus (Pfarr)Häusern.

Was die Attraktivität des Berufs angeht. Durchaus nicht alle Pfarrpersonen legen Wert darauf im Pfarrhaus zu wohnen. Oft wurden sie für Großfamilien gebaut - für Familien mit weniger Kindern oder Singles sind manchmal andere Lösungen besser. Deswegen kommt es nicht selten vor, dass Pfarrpersonen eine zu ihren Bedürfnissen besser passende Mietwohnung bewohnen. Auch das Wohnen im eigenen Haus ist unter bestimmten Voraussetzungen denkbar.
Weil Pfarrer aber (wenn sie sich nicht extra davon befreien lassen) im Gebiet der Gemeinde wohnen sollen, wird es auch weiterhin Pfarrhäuser oder Dienstwohnungen geben. Darauf haben Pfarrpersonen ab mehr als 75% Stellenumfang ein Recht.
Letztlich ist es doch das, was die Attraktivität des Arbeitgebers ausmacht und nicht, dass jede*r per se in ein 400 Quadratmeter Pfarrhaus ziehen muss.

Also:
Pfarrhäuser und Dienstwohnungen für unsere Pfarrerinnen und Pfarrer wird es weiterhin geben!
Aber unbewohnte Pfarrhäuser, die nicht sinnvoll anders genutzt werden können, werden verkauft oder anderweitig (z.B. als Ertragsobjekt) genutzt.

Herzlich,
Steve Kennedy Henkel

Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
001
Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
11
 

Noch mehr Gerüchte und ihre Antworten …

  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    meine Nachfragen haben folgendes ergeben:

    - Es gibt keine Pläne 50% aller Pfarrhäuser abzustoßen.

    - Es ist aber wohl so, dass bei Renovierungen in Zukunft Zuschüsse der Landeskirche davon abhängen werden, ob die Gemeinde ein sinnvolles Konzept für die Nutzung ihrer Immobilien hat. Es wird also nicht mehr jede Renovierung bezuschusst. Wenn aber eine Pfarrperson auf eine neue Stelle kommt und in das Pfarrhaus einzieht, wird es selbstverständlich renoviert.
    Es ist aber so, dass es schon jetzt mehr Pfarrhäuser/Dienstwohnungen als Stellen gibt. Wenn diese Häuser in der Gemeinde nicht sinnvoll genutzt oder vermietet werden können, macht es natürlich Sinn die Kirchengemeinden nicht mit Baulasten zu beschäftigen. Kirche besteht nicht aus (Pfarr)Häusern.

    Was die Attraktivität des Berufs angeht. Durchaus nicht alle Pfarrpersonen legen Wert darauf im Pfarrhaus zu wohnen. Oft wurden sie für Großfamilien gebaut - für Familien mit weniger Kindern oder Singles sind manchmal andere Lösungen besser. Deswegen kommt es nicht selten vor, dass Pfarrpersonen eine zu ihren Bedürfnissen besser passende Mietwohnung bewohnen. Auch das Wohnen im eigenen Haus ist unter bestimmten Voraussetzungen denkbar.
    Weil Pfarrer aber (wenn sie sich nicht extra davon befreien lassen) im Gebiet der Gemeinde wohnen sollen, wird es auch weiterhin Pfarrhäuser oder Dienstwohnungen geben. Darauf haben Pfarrpersonen ab mehr als 75% Stellenumfang ein Recht.
    Letztlich ist es doch das, was die Attraktivität des Arbeitgebers ausmacht und nicht, dass jede*r per se in ein 400 Quadratmeter Pfarrhaus ziehen muss.

    Also:
    Pfarrhäuser und Dienstwohnungen für unsere Pfarrerinnen und Pfarrer wird es weiterhin geben!
    Aber unbewohnte Pfarrhäuser, die nicht sinnvoll anders genutzt werden können, werden verkauft oder anderweitig (z.B. als Ertragsobjekt) genutzt.

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    001
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    11
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    lassen Sie mich vorwegschicken, dass uns in der ELKB ein wertschätzender Kommunikationsstil wichtig ist. In die Reform des Vikariats haben Vikarinnen und Vikare, Probedienstler, Menschen vom Pfarrer-Verein und Mitarbeitende des Predigerseminars, Dekane:innen, des Ausbildungsreferats und des Prüfungsamts viel Zeit und Energie gesteckt. Bitte überlegen Sie noch einmal ob es respektvoll oder auch nur sinnvoll ist, deren Ideen und Engagement per se als „Quatsch“ zu bezeichnen.

    Als Antwort in Kürze:
    Modularisierung bedeutet genau das, was Sie so vehement einfordern – lernen, Schwerpunkte zu setzten und zu priorisieren. Insofern sollte die Agenda des Vikariats 2026 Ihren Vorstellungen sehr entgegen kommen.

    Etwas ausführlicher:
    Unsere Wahrnehmung ist, dass Vikarinnen und Vikare mit immer Kompetenzen bereits ins Vikariat kommen. Sie haben teilweise schon eine KSA Ausbildung, haben schon in Personalmanagement in der Wirtschaft gearbeitet oder viel Erfahrung in liturgischer Praxis gesammelt. Es erscheint nun nicht sinnvoll, alle diese Menschen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen eine uniforme, standardisierte Ausbildung aus dem vergangenen Zeiten durchlaufen zu lassen. Ein modulares System ermöglicht es bereits im Vikariat, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Kirche in den verschiedenen Systemen wahrzunehmen, sowie Schwerpunkte zu setzen. Das heißt einerseits eine grundlegende Ausbildung sicherzustellen, aber auch (gaben- und interessenorientiert) ausgehend von den vorhandenen Fähigkeiten schon über ein Standard-Programm hinaus zu gehen.

    Was das Haus angeht.
    Das Vikariat 2026 hat in Zusammenarbeit mit PS-Team, Vikarinnen und Vikaren und Probedienstlern erarbeitet, was die Anforderungen an ein Predigerseminar im 21. Jahrhundert sein müssen. Das derzeitige PS spiegelt die architektonischen Anforderungen von vor knapp 40 Jahren wieder. Die aus den inhaltlichen Anforderungen entwickelten baulichen Bedürfnisse für ein PS können dann sowohl in einer Renovierung/Umbau der bisherigen Immobile, als auch bei einem möglichen Umzug umgesetzt werden. Dies entspricht dem Design Grundsatz „Form follows Funktion“, also dass die äußere Gestalt den inhaltlichen/funktionalen Bedürfnissen folgen wird. Dass bei der Frage, in welcher Immobilie das am besten umgesetzt werden kann, auch finanzielle Aspekte eine Rolle spielen, muss sich auch von selbst verstehen. Es wird aber nicht die Leitfrage sein.

    Weiter geht es im Vikariat 2026 bei weitem nicht nur um Modularen Aufbau und das Haus. Es geht damit eine deutliche Entschlackung des 2. Examens einher, eine Veränderung weg von „Beschulung“ hin zu eingenständigerem verantwortlichem Arbeiten, mehr Fachmentor:innen, die Einführung von Geistlichen Begleiter:innen, die außerhalb der Bewertungsstruktur stehen, eine Stärkung jahrgangsübergeifender Regionalgruppen und vieles mehr.
    Schauen Sie sich dazu gerne das Interview mit Frau Schmucker auf unserer Seite an oder kontaktieren Sie Frau Schmucker oder das Predigerseminar persönlich.
    https://www.pfarrer-in-bayern.de/73AFF5B258F643B796AEF902439CFE84.php

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    101
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    01
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    Das ist eine recht juristische Frage, daher die Antwort von unserer Juristin Frau Riemer:
    "Eine Schwangerschaft während der Corona-Pandemie bedeutet nicht automatisch, dass ein umfassendes Beschäftigungsverbot besteht. Es ist immer die individuelle Situation entscheidend.
    Einzig für die Schule gilt:
    In Bayern ist es schon seit Beginn der Corona-Lage im Jahr 2020 so, dass Schwangere vom Präsenzunterricht befreit sind und nur Distanzunterricht geben. Da unsere Pfarrerinnen, Religionspädagoginnen und Vorbereitungsdienstlerinnen auch in staatlichen Schulen eingesetzt sind, verhalten wir uns hier wie der Staat – Schwangere erteilen also keinen Präsenzunterricht. Distanzunterricht können sie natürlich geben.
    Bei allen anderen Tätigkeiten gilt:
    Die individuelle Situation ist entscheidend. So ist das bei Schwangerschaften immer, nicht nur in Corona-Zeiten. Arzt oder Ärztin und Schwangere besprechen die gesundheitlichen Risiken des konkreten Berufs und auf dieser Grundlage wird geschaut, ob es ein Beschäftigungsverbot braucht, wie dieses ausgestaltet werden kann, etc.
    So kann es also dazu kommen, dass eine Schwangere nicht mehr arbeiten darf, eine andere nur noch ein paar ihrer Tätigkeiten wahrnimmt und eine andere (nahezu) „normal“ weiterarbeiten kann."

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    000
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    00
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    siehe die vorherige Antwort :)
    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    000
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    00
     
  • Lieber Leser.
    liebe Leserin,

    wir beantworten jetzt hier einfach mal die Fragen - und nicht die Unterstellungen :)

    Hier die Antwort unserer Juristin Frau Riemer:
    "Ein Beamtenverhältnis oder öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis ist tatsächlich durch ein lebenslanges Dienst- und Treueverhältnis geprägt; das heißt aber nicht, dass eine privatrechtlich beschäftigte Person deswegen keine Loyalitäts- und Treuepflichten hätte oder gegen den Arbeitgeber keinen Anspruch auf Fürsorge hätte.
    Der Unterschied besteht darin, dass ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis auf Dauer – im wahrsten Sinne des Wortes – angelegt ist. Es dauert von der Einstellung bis zum Tod. Auch öffentlich-rechtlich Beschäftigte im Ruhestand stehen damit noch in einem (passiven) Dienstverhältnis zum Dienstherrn. Sie erhalten z.B. Versorgungsbezüge und Beihilfeleistungen, ihre Witwen/Witwer und Waisen haben eigene finanzielle Ansprüche gegen die Landeskirche. Zugleich können die Ruheständler und Ruheständlerinnen einem Disziplinarverfahren unterzogen werden.
    Privatrechtlich beschäftigte Pfarrer und Pfarrerinnen sind im aktiven Dienst – also von der Einstellung bis zum Renteneintritt – finanziell den öffentlich-rechtlich beschäftigten Kollegen und Kolleginnen völlig gleichgestellt. Ihr Dienstverhältnis endet mit dem Renteneintritt, sie erhalten dann Rente über die Deutsche Rentenversicherung. Die Rechte und Pflichten aus der Ordination behalten aber selbstverständlich auch die privatrechtlich Beschäftigten nach ihrem jeweiligen Renteneintritt.
    Dadurch, dass also alle ordiniert sind und über die Ordination gleiche Rechte und Pflichten haben, fällt der Unterschied im Dienstverhältnis im Alltag damit gar nicht auf.

    Die Pfarrverwalterlaufbahn ist der Berufszugang in den Pfarrberuf für Quereinsteiger. Haben diese ihren Vorbereitungsdienst erfolgreich abgeschlossen und wurden sie in ein Pfarrverwalterdienstverhältnis (auf Probe) aufgenommen, so erhalten sie eine Besoldung nach P 1 (oder eine entsprechende privatrechtliche Vergütung). Es ist richtig, dass die P 1-Besoldung etwas niedriger ist als die A 13-Besoldung, mit der die Pfarrer und Pfarrerinnen ihren Probedienst beginnen.
    Hintergrund ist, dass die Pfarrverwalter und Pfarrverwalter doch einen deutlich kürzeren Weg in den Pfarrberuf bewältigt haben als die „vollstudierten“ Theologen und Theologinnen. Aber auch für Pfarrverwalter und Pfarrverwalterinnen ist damit nicht das finanzielle Ende gesetzt:
    Nach einer Bewährung im Beruf und dem Ablegen eines Kolloquiums können Pfarrverwalter und Pfarrverwalterinnen auch noch „Pfarrer“ oder „Pfarrerin“ werden und werden dann als solche besoldet (oder vergütet). Die Quereinsteiger haben also einen etwas kürzeren Berufszugangsweg und müssen dafür in der Praxis zeigen, dass sie den vollstudierten Theologen- und Theologinnenkollegen im Alltag des Pfarrberufs in nichts nachstehen."

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    100
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    10
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    das kann stimmen. Denn wir verwenden die Besoldungstabellen des Freistaats Bayern, der bekanntermaßen bundesweit - im Vergleich der Bundesländer - mit am besten, u.U. sogar am besten zahlt. Der Wert ist unter https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayBesG-ANL_3) zu finden. Der Wert ist ebenso auch in unserer Tabelle zum Pfarrbesoldungsgesetz (PfBesG) dargestellt. Zudem stufen wir kontinuierlich hoch nach bestimmten Dienstzeiten bis in ein Grundgehalt nach Besoldungsgruppe 14 . Diesen Weg gehen nicht alle Gliedkirchen der EKD mit.
    Aber vielleicht ist ja auch spannend zu hören, dass die ELKB ein große Kirche ist und damit eine Vielfalt an verschiedenen Pfarrstellen anbieten kann.
    Vielen Dank für Ihr Interesse!
    Herzliche Grüße
    Ihre Isolde Schmucker

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    100
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    00
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    hier die Antwort unserer Kirchenjuristin Frau Riemer:

    "Die deutsche Staatsbürgerschaft ist keine Voraussetzung für eine Beschäftigung bei der ELKB – weder für die Angestellten noch für die öffentlich-rechtlich Beschäftigten (=Beamten).

    Die deutsche Staatsbürgerschaft wird allerdings grundsätzlich vom Freistaat Bayern für diejenigen verlangt, die Religionsunterricht an Schulen erteilen. Es gibt aber auch hier die Möglichkeit, mit dem Freistaat im Einzelfall ins Gespräch zu kommen, allerdings keine Garantie, dass der Freistaat die Person dann in die Schule lässt
    Das Gerücht, man brauche als Pfarrer oder Pfarrerin der ELKB die deutsche Staatsbürgerschaft, ergibt sich daher wahrscheinlich aus dem grundsätzlichen Erfordernis auf der Seite des Staates für den RU. Und nachdem der RU in der ELKB zum Pfarrdienst gehört, wird da schnell beides vermischt, was ja auch naheliegend ist.
    Für die ELKB selbst ist das Bekenntnis aber doch wichtiger als der Pass :)

    Und ja, das Amt des Landesbischofs oder der Landesbischöfin kann auch im privatrechtlichen Beschäftigungsverhältnis wahrgenommen werden, denn auch der Landesbischof oder die Landesbischöfin ist dem Grunde nach ja Pfarrer oder Pfarrerin."

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    110
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    10
     
  • Lieber Leser, Liebe Leserin,

    Das Vikariat 2026 heißt so, weil es auf andere (durch PuK angestoßene) Prozesse Bezug nimmt, von denen auch manche das Jahr 2026 im Namen tragen.
    Tatsächlich soll "Vikariat 2026" viel früher abgeschlossen sein und in die Umsetzung gehen.

    Frau Schmucker, die das Projekt leitet rechnet damit, dass es 2022 inhaltlich zum Abschluss kommt. Pilotpriojekte werden dann schon beginnen.
    Ab 2023 rechnet Frau Schmucker damit, dass die neue Struktur von "Vikariat 2026" sukzessive implemetiert wird.

    Wer jetzt noch studiert, wird sehr sicher schon neue Elemente oder die ganz neue Struktur mitbekommen.

    So oder so ist es aber auch gut, wenn du dich für Veränderungen einsetzt, von denen zwar nicht mehr du, aber die Generation nach dir profitieren wird.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    101
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    11
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    Die Stellen als Schulpfarrer sind sogenannte Stellen mit „allgemeinem kirchlichem Auftrag“. Sie werden im Amtsblatt ausgeschrieben und wie alle Pfarrstellen mit A13/14 besoldet (also ja man kann davon leben!).
    Wenn du die Ausbildung zum Pfarrer bzw. zur Pfarrerin durchlaufen hast, kannst du dich nach dem Probedienst auf eine solche Stelle bewerben.
    Grundsätzlich hilft ein gutes Examen immer, wichtig ist aber vor allem, dass du schon durch deinen guten Religionsunterricht aufgefallen bist (z.B. in 2. Examen und in der Beurteilung am Ende des Probedienstes) oder, dass du beispielsweise schon durch Fortbildungen ein besonderes Interesse am Thema Religionsunterricht gezeigt hast. Es gibt auch gezielte Qualifikationsmaßnahmen für solche Stellen.

    Wenn du jetzt schon weißt, dass du am liebsten nur oder hauptsächlich im Bereich Religionspädagogik arbeiten möchtest ist vielleicht auch die Ausbildung zur Religionspädagogin bzw. zum Religionspädagogen etwas für dich:
    https://www.religionspaedagogik-in-bayern.de/

    Als Pfarrperson hast du natürlich die Möglichkeit nach einer Zeit in der Pädagogik wieder in andere Bereiche des Berufsfeld Pfarrdienstes zu wechseln.

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    100
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    00
     
  • Lieber Leser, liebe Leserin,

    Nein, das stimmt nicht! Von wem auch immer du dieses Gerücht gehört hast, du solltest ihn/sie darauf aufmerksam machen, dass das falsch ist.

    Die ELKB hat für die Pension ein doppeltes System aus der Deutschen Rentenversicherung Bund und kirchl. Pensionsfonds. Für beide werden sobald du ins Vikariat trittst bereits deine Pensionsansprüche mit jedem Dienstjahr abgeführt. Das heißt, man schaut nicht bei deinem Ruhestandseintritt was die Kirche noch an Geld für dich übrig hat, sondern jedes Jahr wird Geld für deine Pension zurückgelegt.
    Die Pension ist also nach allem was vernünftig anzunehmen ist, sicher. Und in der ELKB sogar doppelt abgesichert.
    (Wenn jetzt ein Weltkrieg ausbricht und die Währungssysteme zusammenbrechen, kann natürlich niemand sagen, was ist, aber dann würde das auch für die Renten/Pensionen aller anderen Menschen in Deutschland gelten.)

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Für alle, die es gern ganz genau und in Paragrafen haben, füge ich euch noch die Antwort von Frau Dr. Koch an, die auch für die Pensionen zuständig ist:

    „Nein, es stimmt nicht, dass die Jahrgänge, die jetzt ins Vikariat kommen, bei Eintritt in den Ruhestand voraussichtlich keine Pensionen mehr erhalten.

    Wer in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis aufgenommen ist, erhält ab Ruhestandsbeginn das sog. Ruhegehalt (landläufig auch als Pension bezeichnet) nach den zum Zeitpunkt der Versetzung in den Ruhestand geltenden Regelungen des Kirchlichen Versorgungsgesetzes (KVersG, RS 750). Das Ruhegehalt wird auf der Grundlage der ruhegehaltfähigen Bezüge und der ruhegehaltfähigen Dienstzeit berechnet (§ 8 Abs. 3 KVersG) und durch Anwendung eines Vomhundertsatzes (Ruhegehaltssatz) auf die ruhegehaltfähigen Bezüge ermittelt (§ 15 Abs. 1 KVersG), wobei der Höchstruhegehaltssatz derzeit 71,75 v. H. beträgt.

    Wie die Regelungen in 35 Jahren aussehen werden, lässt sich heute natürlich noch nicht sagen. Nach menschlichem Ermessen werden sie aber in 35 Jahren nicht mehr dieselben sein wie heute.“

    Wer sich für mehr Details interessiert, kann sich im Intranet (https://www2.elkb.de/intranet/node/3471) die „Informationen über Krankenversicherung und Beihilfe sowie Versorgung und Rentenversicherung für Mitarbeitende der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis“ runterladen. Auf Wunsch maile ich es dir auch gerne zu. Anfrage an steve-kennedy-henkel@elkb.de

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    201
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    11
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    ganz kurz: Ins öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis ( = Beamtenverhältnis) kann nur übernommen werden, wem vom Vertrauensarzt/der Vertrauensärztin attestiert wird, dass er oder sie so fit ist, dass sie einerseits dem Pfarrberuf körperlich und psychisch gewachsen sind und andererseits, dass sie aller Voraussicht nach bis zur Pension arbeitsfähig bleiben und nicht vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt werden müssen. Hierbei wird eine Prognoseentscheidung getroffen – wie auch bei staatlichen Beamten und Beamtinnen.
    (Bitte bis zum Ende lesen!)

    Der erste Teil erklärt sich von selbst. Der Pfarrberuf ist wunderschön, aber auch anstrengend. Wer in den Dienst tritt muss diesen Herausforderungen gesundheitlich gewachsen sein, sonst leidet die Arbeit, die Gemeinde und am allermeisten der/die Betroffene selbst.
    Anders als früher ist es aber z.B. nicht per se ein Problem, wenn du schon mal eine Psychotherapie gemacht hast. Es ist der ELKB lieber, wenn du dich mit Problemen schon früh beschäftigt und sie bearbeitet hast, dich also selbst gut kennst, als wenn du alles verdrängst und aufschiebst bis du nach der Lebenszeitverbeamtung zusammenbrichst.
    Bestimmte Erkrankungen müssen bei der Untersuchung angegeben werden und dürfen nicht verschwiegen werden. Hierzu können euch aber die Vertrauensärzt*innen in jedem Fall beraten. Wichtig zu wissen: Meist ist eine solche angabepflichtige Erkrankung auch kein „K.O-Kriterium“. Es kann aber sein, dass ihr euch im Rahmen der Einstellungsuntersuchung dann zusätzlich einem Facharzt oder einer Fachärztin vorstellen müsst, damit die Prognose (s.o.) fachlich korrekt getroffen werden kann. Das klärt alles der Vertrauensarzt oder die Vertrauensärztin mit der ELKB.

    Der zweite Teil bedeutet: Bei Beamten gehen Dienstgeber (die Kirche) und Dienstnehmer (die Pfarrperson) ein besonderes, lebenslanges Treueverhältnis ein. Du bist in deiner Arbeit loyal und verlässlich zur Kirche und die Kirche versorgt dich wiederum dein Leben lang. Das bedeutet aber auch – anders als bei Angestellten – trägt die Kirche auch mehr Kosten: Bei langer Krankheit wird die Besoldung fortgezahlt (anders als bei Angestellten, die nach sechs Wochen in der Entgeltfortzahlung der Krankenkasse sind) und bei einer Ruhestandsversetzung wegen Dienstunfähigkeit vor deinem eigentlichen Ruhestandseintrittsalter trägt die ELKB schon ab diesem Zeitpunkt deine Versorgungskosten (=Pension). Das kann je nach Alter erheblich sein.
    Die Kirche trägt mit diesem „Kostenrisiko“ auch eine Verantwortung für die dafür nötigen Gelder – Kirchensteuergelder.

    Pfarrpersonen von denen die Vertrauensärzte annehmen müssen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bis zum regulären Ruhestand im Dienst bleiben können, können aber als Angestellte übernommen werden.
    ALSO: Wer nicht verbeamtet werden kann, kann trotzdem Pfarrer:in werden!
    Er oder sie arbeitet dann als Angestellte Pfarrperson.
    Beim Staat oder anderen Landeskirchen würden sie dadurch netto weniger verdienen, aber die ELKB gleicht dieses Minus aus, sodass verbeamtete und angestellte Pfarrer gleichviel verdienen.

    WICHTIG ist nochmal festzuhalten, dass für die Amtsärztliche Untersuchung das entscheidende Kriterium die Einschätzung über das wahrscheinliche Erreichen des Ruhestandsalters im dienstfähigen Zustand gilt. Auch viele chronische Erkrankungen verhindern dies nicht unbedingt. Es empfiehlt sich diesbezüglich ggf. vor der vertrauensärztlichen Untersuchung nochmal mit den eigenen (Haus)Ärzten Rücksprache zu halten und sie um eine Einschätzung zu bitten und sich diese Arztbriefe mitgeben zu lassen.

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    000
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    20
     
  • Lieber Leser, Liebe Leserin

    Zunächst mal: Ja, (vor allem das 1.) Examen ist eine Belastungssituation. Aber es ist auch schaffbar. 80% bestehen es beim ersten Versuch. Weitere 12 % mit einer Nachprüfung in einem Fach oder beim zweiten Versuch. Am Ende bestehen also 92%.

    Im Examen muss viel gleichzeitig präsent sein. Das alles zu lernen ist aufwendig und muss gut organisiert werden. Aber eben genau darin besteht auch schon ein großer Teil der Leistung. Abgeprüft wird die fachliche Leistung, um die aber bringen zu können, ist die Selbstorganisation und Stressresistenz und ein Umgang mit der Unmöglichkeit alles wissen zu können wichtig. Das sind auch Eigenschaften, die für den Pfarrberuf relevant sind. Genauso, wie die Erkenntnis auf Unterstützung angewiesen zu sein.
    Die sollte man sich auch nehmen.

    - So bietet die Landeskirche über die KSB jährlich ein Wochenende zum Examenscoaching an. Hier werden wichtige Skills in Selbstorganisation, Planung, Lerntechniken und zum Mindset eingeübt. (Kontakt via KSB oder steve-kennedy.henkel@elkb.de)

    - Der LabeT, die Theologiestudierenden der Landeskirche, bieten an „Examensbuddys“ zu vermitteln. Also Menschen, die das Examen schon hinter sich haben und mit denen du dich zu einigen Themen bzw. zu dieser Lebensphase beraten kannst. (Kontakt unter labet@elkb.de)

    - Die Fakultäten und Fachbereiche bieten Repetitorien zu den einzelnen Fächern an, die das examensrelevante Wissen aufbereiten.

    - Es ist auf jeden Fall sinnvoll sich zum Lernen in Examenslerngruppen zusammenzuschließen.

    - Herr Dr. Riedner vom Prüfungsamt der Landeskirche bietet analog und über Zoom Examensgespräche zur Vorbereitung an (Kontakt: guenter.riedner@elkb.de)

    - Für Fälle in denen Angst oder Unsicherheit überhand zu nehmen drohen, haben die Universitäten eigene Beratungsstellen für Studierende, die dich therapeutisch durch so eine Zeit begleiten können. Ähnliche Angebote machen viele Evangelische Studierendengemeinden (ESG).

    Wer alle diese Möglichkeiten wahrnimmt wird das Examen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch bestehen.

    Zum Examen im Allgemeinen
    Wie gesagt, das Examen ist nichts was man mal „mit links“ macht. Die Examensvorbereitung beinhaltet Krisen und Erfolgserlebnisse. Alles in allem ist es eine anstrengende Zeit. Es ist aber auch die Zeit, in der sich viel im Studienverlauf gelerntes Spezialwissen vernetzt und sich ein größeres Bild formt.
    Alle Professionsberufe, mit denen wir das Pfarramt üblicherweise vergleichen, haben solche oder ähnliche Prüfungsverfahren. Vergleiche werden immer an der ein oder anderen Stelle schief, aber um das theol. Examen ins Verhältnis zu setzen mal ein Blick in anderen Professionsberufe.
    Mediziner studieren ähnlich lang, wie Theologen, haben schon einen hohen NC und nach dem Studienabschluss folgen weitere 5-6 Jahre Facharztausbildung. Verdienst und Arbeitszeiten unterscheiden sich dann deutlich je nach Fachrichtung, sowie zwischen Klinik und Praxis. Juristen haben zwei deutlich umfangreichere Examen mit höherer Durchfallquote. Der spätere Verdienst ist oft stark von der Examensnote abhängig. Auch Lehrerinnen und Lehrer durchlaufen ein Examen – danach hat der Freistaat Bayern laut Philologenverband jedoch 2020 nur 40% der Bewerber übernommen. Psychotherapeuten machen zwar einen „einfachen“ Universitätsabschluss, müssen dann aber eine dreijährige Therapeutenausbildung absolvieren, für die zwischen ca. 10.000 – 20.000 Euro anfallen. Die Zahl der Praxen ist durch die Kammer begrenzt, sodass es auch schwierig sein kann danach Fuß zu fassen.

    Zusammenfassend
    Es ging jetzt nicht darum zu sagen „Andere haben es auch schwer“. Es war mir nur wichtig das Examen, das Davor und das Danach, in Perspektive mit vergleichbaren Berufen zu setzen.
    Ja, das Examen wird viel Arbeit bedeuten, aber du hast auch sehr gute Chancen beim ersten Durchgang zu bestehen. Danach werden i.d.R. alle ins Vikariat übernommen. In dieser praktischen Ausbildung wirst du bezahlt und musst nicht noch etwas bezahlen. Danach werden wiederum i.d.R. alle in den Pfarrberuf übernommen, was alle Privilegien eines Beamtenverhältnisses mit A13/14 Besoldung bedeutet.
    Es wird immer einen Aspekt geben, der in anderen Ausbildungen attraktiver, einfacher oder einsichtiger organisiert ist, aber wer das Examen absolviert, den erwarten gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und ein Beruf der unheimlich viel zurückgibt.

    Man sollte Respekt vor dem Examen haben. Zu viel Angst, kann aber eher hinderlich sein. Wer im Bezug auf das Examen unsicher ist, sollte unbedingt die oben genannten Punkte nochmal für sich durchgehen und es ist auch absolut kein Problem (wird einem auch nicht negativ ausgelegt) sich an Herrn Riedner mit der Bitte um Beratung zu wenden. Das Examen ist ein kein Kurzstreckenlauf, sondern ein Marathon. Aber niemand muss das alleine schaffen. Such dir Mitstreiter, Beratung und notfalls auch Hilfe.

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    101
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    01
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    NEIN, das ist ein Gerücht. Es gibt in der ELKB KEINE Altersuntergrenze zur Aufnahme ins Vikariat.

    Für die Verbeamtung gibt es aber eine Obergrenze. Man sollte das 33. Lebensjahr (bei Vorliegen einer Schwerbehinderung das 35. Lebensjahr) bei Beginn der Vikariats noch nicht vollendet haben. Davon kann es aber Ausnahmen geben (besonders bei Erziehungs- oder Pflegezeiten sowie FSJ zum Beispiel).

    Wer älter ist kann trotzdem ins Vikariat gehen und Pfarrer*in werden, dann eben im privatrechtlichen Dienstverhältnis. Die ELKB gleicht, anders als der Staat oder die meisten anderen Landeskirchen, die dadurch normalerweise entstehenden finanziellen Einbußen aus, sodass verbeamtete und angestellte Pfarrpersonen gleich viel netto verdienen.

    Wenn ihr diesbezüglich aber Fragen zu eurem persönlichen Einzelfall habt, ist ein Beratungsgespräch mit uns oder einer unserer Juristinnen auf jeden Fall sinnvoll. Das Arbeitsrecht kann auch auf viele Einzelfälle eingehen. Kommt gerne auf mich zu, ich vermittele dann ein Gespräch.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    310
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    31
     
  • Liebe Leserin, Lieber Leser,
    Pfarrerinnen und Pfarrer sollen ein Vorbild im christlichen Leben sein. Das heißt nicht, dass sie perfekt sein sollen – das war noch nie der Anspruch an ein christliches Leben. Vielmehr sollen sie zeigen wie es ist, aus einem Glauben heraus zu leben, der die Gnade und die Liebe Gottes ganz nach vorne stellt. Das gilt auch für die Beziehungen, die sie führen. Das Kirchenrecht hält fest, dass hierfür „Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung maßgebend sind.“ Diese Werte kommen im „Ja“ der Eheleute zu einander bei der Trauung besonders zum Ausdruck. Daher – und weil sie selbst ja auch Menschen trauen – sollen Pfarrerinnen und Pfarrer auch, wenn Sie ein einer längeren, festen Beziehung leben, heiraten. So viel zur Theorie.
    Die Praxis in Bayern ist sehr lebensnah. Man muss unterscheiden, ob man in einer anonymen Wohnung in der Stadt lebt, oder in einem Ort, in dem dem Pfarrhaus viel Aufmerksamkeit zukommt. Weiter muss man wohl auch unterscheiden zwischen Paaren, die schon lange zusammen sind und solchen, die sich erst kennenlernen. In einer Großstadt – wo allgemein Menschen vielleicht auch lebensbiographisch später heiraten – wird es meist kein Problem sein zunächst mit einem Partner auch unverheiratet in eine Dienstwohnung zu ziehen. In einer ländlichen Situation kann hingegen schon mal die Fragen kommen „Wann heiraten Sie denn?“. Wer als Single in eine Dienstwohnung einzieht, muss nicht gleich nach den ersten Dates einen Antrag machen und zusammenziehen. Jede Gemeinde weiß, dass sich Liebe entwickelt und Beziehungen tragfähig werden müssen – gerade das kann ein Ausdruck von „Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitiger Verantwortung“ sein. Ich glaube aber auch einfach, dass manche Frage nach einer Hochzeit oft auch dem geschuldet ist, dass die Gemeinde sich gerne mit ihrer Pfarrperson freuen würde.
    Nochmal kurz zusammengefasst: Wenn man in einer Langzeitbeziehung mit einer Pfarrperson lebt, sollte man perspektivisch auch dazu bereit sein zu heiraten und damit diese Beziehung öffentlich unter Gottes Segen stellen.
    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    200
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    20
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    Das ist wohl eher ein Gerücht.
    Zunächst ist die für Gottesdienste vorgesehene Amtskleidung für Pfarrerinnen und Pfarrer der Talar oder die Able+Stola.
    Es kann aber sein, dass man in einem bestimmten sozialen Setting, einem lockeren Gottesdienst/Andacht oder auf Social Media auch ohne Talar als Pfarrperson erkennbar sein möchte. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
    Zur Ordination bekommte jede und jeder beispielsweise von der ELKB ein silbernes Antseckkreuz geschenkt.
    Weiter ist in Bayern auch das sog. "Amtshemd" und (seltener) der "Lutherrock" gebräuchlich. Beide werden auch in weiblicher Ausführung geschneidert.
    Dann gibt es darüber hinaus auch die Möglichhkeit des Kollarhemds. Hier gibt es vor allem aus Schweden, Großbritannien und den USA auch schicke Schnitte für Männer und Frauen von denen einige auch nachhaltig produziert werden.
    Alle genannten Kleidungsstücke werden z.Z. in Bayern von Frauen und Männern getragen.
    Am besten ist es hier sich einfach mal online etwas durchzuklicken, weil wir hier keine Werbung für bestimmte Unternehmen machen möchten.
    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel


    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    400
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    20
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    derzeit sind nach Auskunft der Versorgungsabteilung keine Kürzungen der Versorgung geplant.
    Auch, wenn sich die Einnahmesituation perspektivsch verändern wird, gehen wir derzeit davon aus, dass es auch für Pfarrerinnen und Pfarrer beim Beamtenverhältnis mit Besoldung A 13/14 bleiben wird.
    Mir persönlich ist während der Corona-Lockdowns mit Gespräch mit selbstständigen oder angstellten Freunden noch einmal besonders klar geworden wie priveligiert diese Form der Anstellung und Bezahlung ist.
    Die Pfarrer-Ausbildung ist umfangreich und der Beruf ist wunderschön aber anspruchsvoll. Das Gehalt ist - und bleibt - so, dass man davon gut Leben kann, ohne sich noch viele Gedanken übers Geld machen zu müssen.
    Die Bezahlung bayrischer Pfarrerinnen und Pfarrer ist zukunftsfähig und muss den Vergleich mit anderen Berufen nicht scheuen.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    120
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    10
     
  • Liebe Leserin, lieber Leser,
    das ist tatsächlich ein irreführendes Gerücht. Es trifft auf manche andere Landeskirchen zu, aber nicht auf unsere. Tatsächlich kann man Examenskandidat sein, ohne an einem bayerischen Studienort zu studieren. Das Studium ist ein Ort großer Freiheit.
    Es ist auch erstaunlich, wie bunt und vielgestaltig unsere Prüfungskommissionen besetzt sind, aus ganz Bayern, vielen anderen Hochschulorten in Deutschland und sogar aus der Schweiz. Das verhindert, so das Denken unserer Landeskirche, eine provinzielle Theologie und gibt die Chance, sich von allen möglichen Orten auf dieses Examen vorzubereiten, zudem mehr an der Sache als nur an lokalen Beziehungen orientiert. Wir freuen uns über Erfahrungen, die Sie an diesen anderen Orten machen können!
    Viel Erfolg im Studium und den anstehenden Prüfungen
    wünscht
    Ihre
    Isolde Schmucker

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    400
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    10
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,
    Der Pfarrberuf ist ein Beruf mit viel Tradition im Hintergrund. Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche haben dazu Bilder im Kopf. Für das Bild der Evangelischen Pfarrperson war sicher prägend, wie Luther seine Familie mit Katharina von Bora gestaltet hat: Geistlicher und theologischer Arbeiter versus Mutter und Hausmanagerin.
    Wir sind aber keinesfalls gezwungen alle Bilder, die Menschen zum Pfarrberuf im Kopf haben zu reproduzieren.

    Die Landeskirche bevorzugt nicht einen bestimmten Familienstand für ihre Pfarrerinnen und Pfarrer.
    Es gibt in der ELKB kinderreiche und kinderlose Pfarrer-Ehen, Singles, Transmenschen und gleichgeschlechtliche Paare.

    Es ist allerdings so, dass wir mit den Bildern, die Menschen von Pfarrpersonen im Kopf haben, umgehen müssen. Pfarrerinnen und Pfarrer sind je nach Region, Funktions- oder Gemeindestelle oder auch städtischer oder ländlicher Prägung mal mehr, mal weniger öffentliche Personen. Es ist sicher gut sich zu überlegen, wie man vor Ort über persönliches oder privates kommunizieren möchte. Da gibt es nicht „den einen Weg“. Sicherlich hilfreich ist aber eine klare Kommunikation. Z.B. „Meine Frau ist berufstätig, sie wird den Frauenkreis nicht leiten“ oder „Ja, ich bin Single, aber nein, Sie müssen keinen Partner für mich suchen.“
    Die Erfahrung zeigt, dass in den allermeisten Fällen klare Kommunikation und die glaubwürdige Persönlichkeit der Pfarrperson/Familie Gemeinden sehr schnell überzeugt – auch wenn es keine Konstellation war, die sie zunächst im Kopf hatten.

    Wenn es in Ausnahmefällen Konflikte geben sollte ist der Dekan/die Dekanin Ansprechpartner bei denen man Unterstützung finden kann.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    700
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    20
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    Die kurze Antwort ist: Nein, du wirst im Vikariat nicht einfach ins "hinterste Eck" gesteckt.

    Die längere Antwort ist folgende: Vor dem Vikariat fragen wir schriftlich ab für welche Art Gemeinde (Arbeitsschwerpunkt, Sozialsturktur, Stadt/Land etc) du dich interessierst und welche Gegend für dich gut wäre. Dann laden wir dich zu einem "Kennelerngerspräch" Gespräch ein um dich eben kennenzulernen. Dabei kann der Einsatzort auch nochmal zur Sprache kommen. Sobald wir mit allen gesprochen haben gehen das Predigerseminar und die Ausbildungsabteilung daran potentielle Mentorinnen und Mentoren in den jeweiligen Wunsch-Regionen anzusprechen. Dann wird geschaut, wie man möglichst gut möglichst vielen Interessen von möglichst allen gerecht werden kann.
    Das bedeutet, wenn 20 Vikare alle in eine Stadt wollen, werden die meisten diesen Wunsch nicht erfüllt bekommen - dann haben in der Regel diejenigen mit wichtigen familiären Gründen vorrang.
    Üblicherweise verteilen sich die Interessen und Wünsche aber schon recht breit, sodass wir vielen gerecht werden bzw. gute Alternativen bieten können.

    Es ist aber schon so, dass man keinen Anspruch etwa auf eine bestimmte Stadt hat. Da die Vergabe von den Wünschen der Vikare, den Mentorinnen und den Gegebenheiten in den Gemeinden abhängig ist, ist die Zuteilung ein komplexer Prozess.

    Sicher ist: Du wirst nicht in deine Heimatgemeinde kommen und du solltest auch bei deinen Wünschen nicht eine konkrete Gemeinde, sondern eine Region angeben. Aber sicher ist auch, du wirst nicht bewusst ganz woanders eingesetzt als du es in der anfänglichen Abfrage angeben hast.

    Siehe dazu auch den Clip mit Frau Schmucker auf unserem Intsa Kanal mehr_als_ja_und_amen

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    600
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    80
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    Die meisten unserer Studierenden bestehen das 1. Examen im ersten Durchgang.
    Das ist also durchaus möglich und wir empfehlen auch es so anzupeilen.

    Natürlich ist es aber möglich, die Prüfungsordnung bestmöglich zum Betonen der eigenen Stärken und Ausgleichen der eigenen Schwächen auszunutzen. Wie etwa im genannten Fall.
    Bevor man aber zu so einer Maßnahme schreitet lohnt ein offenes Gespräch z.B. mit Herrn Riedner vom Prüfungsamt:
    https://www.pfarrer-in-bayern.de/094B13FE144F48D0B087AC0279CEDFE2.php
    Die Studierendenvertretung der ELKB, der LabeT, vermittelt auch Kontakte und Mentorings für das Examen:
    https://www.labet.de/
    labet@elkb.de
    Und es ist immer eine gute Idee sich mit Menschen, die gerade ihr Examen bestanden haben und Kommilitonen aus dem eigenen Jahrgang bzw. der eigenen Lerngruppe zu besprechen.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    100
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    00
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    Wie in anderen Berufen auch (etwa bei Lehrern, aber in anderer Form auch z.B. bei Steuerberatern) ist es so, dass die Ausbildung der angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer in der Hand der Landeskirchen liegt. Meistens gilt - oder galt - wo man herkommt, da tritt man nach dem Examen auch in den Dienst.
    Es gab schon immer Landeskirchen, die gerne Externe in ihren Dienst übernahmen und solche, die damit zögerlicher waren.
    Grundsätzlich gilt aber:
    Ein Theologisches Examen in einer EKD Gliedkirche wird von allen anderen Landeskirchen anerkannt.

    Auch ist inzwischen der Wechsel zwischen den Landeskirchen erheblich leichter geworden!
    Es ist kein Ausnahmefall mehr, dass ein Pfarrer auch nach einigen Dienstjahren noch die Landeskirche wechselt.
    Dies ist allerdings, da z.B. inzwischen Pensionsansprüche in der vorherigen Landeskirche aufgelaufen sind, die dann übertragen werden müssen, deutlich komplexer, als wenn einfach eine Studentin von einer Landesliste auf eine andere wechselt.
    Daher ist die Faustregel schon richtig:
    Wer auf jeden Fall wechseln möchte, sollte dies möglichst früh z.B. im Studium tun oder ein Gastvikariat in der Wunschkirche ausprobieren.

    Für diejenigen die sich auf eine bestimmte Stelle bewerben oder die aufgrund biographischer Veränderungen die Landeskirche wechseln wollen, können oft Wege gefunden werden. Ob das geht, hängt in der Regel von der Landeskirche ab zu der man wechseln möchte.

    Grundsätzlich ist man als Pfarrerin oder Pfarrer auch nicht an Deutschland gebunden!
    Die EKD hat 120 Geistliche weltweit in ihren Auslandsgemeinden im Einsatz.
    https://www.ekd.de/Auslandsgemeinden-10753.htm
    Und auch die ELKB unterhält ein weltweites Netzwerk an Partnerkirchen bei denen ein Einsatz im Ausland möglich ist.
    https://handlungsfelder.bayern-evangelisch.de/weltweites-netzwerk-der-landeskirche.php

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    03-1
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    40
     
  • Liebe Leserin,
    vielen Dank für diese wichtige Frage! Gerade um dieses Themengebiet gibt es viele Gerüchte.

    Grundsätzlich ist es so:
    Allein der Umstand, professionelle psychologische oder psychotheraupeutische Hilfe in Anspruch genommen zu haben, ist kein Hindernis für die Übernahme in den Dienst der ELKB. Er ist vielmehr Ausweis dessen, dass jemand Probleme, die er oder sie erkannt hat oder zu haben meint, mit professioneller Hilfe zu lösen versucht (hat).

    Bei der Gesundheitsüberprüfung sagt ein „Ja“ auf die Frage „Waren Sie schon einmal in psychotherapeutischer (o.ä.) Behandlung?“ ohnehin nichts über die Details aus, muss aber wahrheitsgemäß gegeben werden.

    Für die Frage der Übernahme in den Dienst der ELKB ist die Dienstfähigkeit im Zeitpunkt der Entscheidung über die Übernahme relevant und wird von einem Vertrauensarzt oder einer Vertrauensärztin begutachtet. Selbstverständlich wird dann ärztlicherseits nachgefragt, um die Frage der Dienstfähigkeit zu beurteilen. Details bleiben bei der Vertrauensärztin oder dem Vertrauensarzt, die oder der nur das ärztliche Urteil „Geeignet“ oder „Ungeeignet“ für den Dienst an die Landeskirche weitergibt.

    Wir wollen Pfarrerinnen und Pfarrer in unserem Dienst haben, die ihre Persönlichkeit reflektieren und die gefestigt und stabil ihren Dienst tun können. Die Entscheidung - ggf. schon im Studium - in einer Therapie an sich/ an Problemen zu arbeiten kann gerade für einer hohe Selbstreflexionsfähigkeit sowie für Verantwortung und Selbstsorgekompetenz sprechen. Das wird keinem zum Nachteil ausgelegt, im Gegenteil.
    Die Gesundheitsprüfung ist dazu da, sicherzustellen, dass die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer auch auf Dauer dienstfähig sind. Nur, wenn Vertrauensärzte zu dem Ergebnis kommen, dass dies nicht gewährleistet ist, wirkt sich das negativ auf die Anstellungsfähigkeit aus.

    Also:
    Setzten Sie sich mit sich selbst auseinander, reflektieren Sie sich und wenn sie Probleme haben, ziehen Sie geistliche, supervisorische oder therapeutische Hilfe hinzu. Das ist der beste Weg für eine lange und gesunde Ausübung des Pfarrberufs.

    Wenn es dazu konkretere Fragen gibt, wenden Sie sich gerne auch telefonisch an uns. Frau Schmucker ist da eine gute Ansprechpartnerin.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel


    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    402
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    12
     
  • Lieber Leser,
    manchmal ist es tatsächlich so, dass es beim miteinander der Berufe in der Kirche etwas holpert. Jede und jeder hat seinen jeweiligen Beruf mit guten Absichten ergriffen und lebt ihn mit Herzblut aus. Manchmal kommt es da zu Reibungen zwischen Berufen oder Arbeitsgebieten darüber, was jetzt gerade als wichtig empfunden wird.
    Meiner Ansicht nach gibt es aber auch viele gut funktionierende Teams - und gerade die sind erfolgreich, weil sich alle ihn ihren Berufen, Begabungen und Stärken unterstützen und ergänzen.
    Das sollte als Ziel für die Zusammenarbeit auch in der Ausbildung vermittelt werden.
    Der landeskirchliche Prozess "Miteinander der Berufe", der auch auf dieser Seite beschrieben wird, beschäftigt sich ausdrücklich damit wie die Wertschätzung der Berufe untereinander erhöht werden kann. Dabei wird zum Beispiel auch darüber nachgedacht ob bestimmte Abschnitte der Ausbildung zusammen absolviert werden können, damit man nicht erst auf der ersten Stelle auf die anderen Berufe trifft. Aber dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Du sollst nur wissen - hier ist einiges in Bewegung.

    Wenn es um konkrete Fällte geht, kannst du dich gerne bei uns melden.

    Herzlich,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    010
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    01
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    zunächst bitte ich die Verspätung zu entschuldigen, wir hatten etwas Krankenstand.

    Nun zur eigentlichen Frage.
    Tatsächlich ist es so:
    Im Vikariat ist kein Mentorenwechsel vorgesehen. Wenn es besondere Gründe für einen Mentorenwechsel gibt, folgt daraus (wenn der Wechsel nicht durch einen Stellenwechsel des Mentors o.ä. begründet ist) eine Eignungsprüfung des Vikars/der Vikarin am Ende des Vikariats. Um so einen Wechsel zu organisieren sollte man sich vertrauensvoll an das Predigerseminar wenden.
    Die Regelung sollte, wie ich vermute, tatsächlich die Teamfähigkeit der Vikare sicherstellen.
    Aber natürlich ist auch im Landeskirchenamt bekannt, dass es manchmal Gründe gibt, die einen Wechsel des Mentors / der Mentorin mehr als sinnvoll für die Weiterführung des Vikariats erscheinen lassen. Dies hat nicht unbedingt etwas mit der Eignung des Vikars oder der Vikarin zu tun.
    Daher sind die Eignungsabklärungsgespräche zwar z.Z. noch ein Automatismus. In den letzten 4 Jahren (das ist nur der Zeitraum den ich verifizieren konnte, da es davor einen anderen Stelleninhaber gab) wurde aber niemand aufgrund eines solchen Eignungsabklärungsgesprächs für "ungeeignet" befunden.

    Grundsätzlich gilt:
    Im Vikariat sollte der Mentor nicht gewechselt werden. Wenn Sie aber gewichtige und nachvollziehbare Gründe für einen Wechsel haben, wird Ihnen dieser nicht zum Nachteil ausgelegt.

    Weiter wird die Vikariatsausbildung z.Z. im Prozess Vikariat 2026 überarbeitet. Ob der bisherige Automatismus (Wechsel=Eignungsprüfung) dabei bestehen bleibt ist mehr als offen. Finale Ergebnisse des Prozesses liegen aber noch nicht vor.

    Ich hoffe das klärt die Lage etwas.

    Herzliche Grüße,
    Steve Kennedy Henkel

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    112
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    21
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    ich war leider die letzten Tage krank. Es kann immer mal sein, dass ich in Urlaub oder außer Gefecht bin. Manchmal muss ich mir auch das Wissen bei Anderen organisieren um eine Frage z.B. rechtssicher beantworten zu können. Der Normfall soll aber sein, dass die Fragen binnen 72 Stunden beantwortet sind.
    Bisher sind alle Fragen beantwortet worden und wir haben noch nie eine Frage gelöscht.

    Sorry und herzliche Grüße,
    Steve

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    10-20
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    -25
     
  • Liebe Leserin, lieber Leser,

    das ist ein Produkt aus der Gerüchteküche, in dem Zweierlei zusammengerührt ist, was dann aufstößt.

    Die Zutaten im Einzelnen:

    Mutterschutz: In den 6 Wochen vor der Geburt kann die Vikarin freiwillig arbeiten, wenn sie z.B. ein Projekt beenden möchte o.ä.. Im Mutterschutz nach der Geburt darf die Mutter nach dem Gesetzgeber nicht arbeiten. Trotzdem bedeutet der Mutterschutz keine automatische Verlängerung des Vikariats. Wenn z.B. ein PS-Kurs in die Zeit des Mutterschutzes fällt, kann der in der Regel zusammen mit einem anderen Jahrgang nachgeholt werden.

    Arbeit nach 20 Uhr: Dieser Punkt ist für den ganzen Zeitraum der Schwangerschaft einschlägig und hängt mit einer Besonderheit im Pfarrberuf zusammen. Wir arbeiten ja „antizyklisch“ zu einem Großteil der Ehrenamtlichen und haben deswegen viele Teamsitzungen und Gremien abends. Diese Arbeit ist grundsätzlich auch Teil der Gemeindephasen im Vikariat. Wenn die Vikarin während der kompletten Schwangerschaft nicht nach 20 Uhr arbeiten möchte oder es aus gesundheitlichen Gründen nicht darf, wen­den sich die Vikarin und Mentor/Men­to­rin an den Ansprechpartner im Predigerseminar. Zusammen und für den individuellen Fall wird geklärt, ob und wie die Ausbildung trotz der Einschränkungen in dem ursprünglich geplanten Zeitraum absolviert werden kann.

    Grundsätzlich versuchen wir ein „two in one“: Die Sicherheit und Gesundheit der Schwangeren und des Kindes gewährleisten und der Vikarin einen ebenso schnellen wie sinnvollen Abschluss der Ausbildung ermöglichen.

    Grüße aus dem Predigerseminar,

    Regina Fritz

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    020
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    3-1
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    Grundsätzlich gilt in Deutschland das Prinzip der Landeslisten. Das heißt, dass man i.d.R. in seiner Heimatkirche auch Examen macht und in den Dienst tritt.
    Damit soll es zum Beispiel nicht zu einem "Abwerbe-Wettbewerb" unter den Landeskirchen kommen.

    Wenn aber Studierende, die nicht aus der ELKB kommen mit dem Interesse in Bayern zu arbeiten an uns heran treten, gehen wird damit in der Regel aber sehr positiv um.
    - Wer noch auf keiner landeskirchlichen Liste steht wird zum Gespräch ins Landeskirchenamt eingeladen. Hier geht es darum ob der Bewerber oder die Bewerberin rüber bringen kann, wieso sie sich für den Pfarrberuf interessieren und wieso sie gerne nach Bayern möchten. In der Regel steht am Ende die Aufnahme auf die Bayrische Liste der Theologiestudierenden.
    - Wer schon auf einer anderen Liste steht, kann unter den gleichen Bedingungen nach Bayern wechseln. Hier gibt dann i.d.R. die Heimatkirche des Kandidaten ihre Zustimmung und übersendet der ELKB die Personalakte.
    - Wer nach dem Examen in einer anderen Landeskirche in Bayern ins Vikariat gehen möchte kann entweder ein Gastvikariat machen um Bayern kennenzulernen. Oder er bekundet seine Motivation nach Bayern zu wechseln. In diesem Fall findet vorher - weil wir den Kandidaten dann garnicht kennen - ein sog. Eignungsabklärungsgespräch statt. Hier sollen die ELKB und der Kandidat oder die Kandidatin sich kennenlernen. Auch hier sollte man sagen können, wieso man gerne nach Bayern kommen würde. Steht am Ende für beide ein OK, kann der Kandidat in Bayern ins Vikariat übernommen werden. Auch während des Gastvikariats in Bayern ist so ein Wechsel jeder Zeit möglich. Auch hier gibt es dann ein Eignungsabklärungsgespräch.

    In Kürze: Es gibt einige Wege nach Bayern zu wechseln. Wir bewerben das aus Respekt vor den anderen Landeskirchen nicht offensiv, aber wer sich mit seinem Interesse bei uns meldet hat gute Chancen übernommen zu werden.

    Zu dem Thema findest du auch einen Text auf der Website:
    https://www.pfarrer-in-bayern.de/ubernahme-aus-anderen-landeskirchen-172.php

    Herzlich,
    Steve

    P.S. Ich bin selbst im Gastvikariat erst nach Bayern gewechselt :)

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    110
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    01
     
  • Liebe Leserin,
    Lieber Leser,

    zur Zeit sind 54% der Studierenden auf der Bayrischen Liste weiblich. Das ist eine leichte Mehrheit, aber im Grunde haben wir ein ausgeglichenes Verhältnis, sodass auch absehbar Männer und Frauen im Pfarrberuf in den Gemeinden gleichstark vertreten sein dürften.

    Herzliche Grüße,
    Steve

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    1-10
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    01
     
  • Lieber Leser,
    Liebe Leserin,

    Wir von der Nachwuchsgewinnung der ELKB schauen unseren Studierenden natürlich nicht ins Schlafzimmer.
    Dennoch gehe ich eher davon aus, dass es sich hierbei zumindest in dieser allgemeinen Formulierung um ein Gerücht handelt.

    Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist aber eine große Kirche in der unterschiedliche Frömmigkeitsprofile ihren Platz haben.
    Es kann daher vermutet werden, dass es unter unseren Studierenden sowohl solche gibt, die mit dem Sex bis zur Verlobung oder Ehe warten, als auch solche, die ihre Sexualität auf andere Weise verantwortlich leben.

    Herzliche Grüße,
    Steve

    PS. Da ich letzte Woche krank war, bitte ich die Verspätete Beantwortung zu entschuldigen.

    Wie zufrieden bist du mit der Antwort?
    1-10
    Rattenfänger Antwort oder was dazugelernt?
    2-2